Lohnt sich Photovoltaik wirklich? valuteo klärt sieben verbreitete PV-Mythen über Kosten, Effizienz, Speicher und Solarstrom im Faktencheck.
Photovoltaik (PV) gilt als Schlüsseltechnologie der Energiewende. Trotzdem halten sich hartnäckig Vorurteile über Kosten, Effizienz und Technik. valuteo klärt die wichtigsten Mythen auf und zeigt, was wirklich stimmt.
Der Ausbau von Solarenergie schreitet weltweit voran und auch in Deutschland wächst die installierte Leistung rasant. Allein zwischen 2019 und 2024 hat sie sich von 49,4 auf 99,9 Gigawatt nahezu verdoppelt.
Doch parallel zum Wachstum kursieren zahlreiche Fehleinschätzungen über Wirtschaftlichkeit, Technik und Einsatzmöglichkeiten von Photovoltaikanlagen. Zeit für einen Faktencheck.
Mythos 1: Photovoltaik lohnt sich nur im Süden
Falsch. Moderne PV-Anlagen arbeiten auch in nördlichen Regionen effizient. Entscheidend ist nicht Hitze, sondern Licht. Selbst in Deutschland liegt die durchschnittliche Globalstrahlung bei rund 110 W/m² über das Jahr verteilt.
Zudem erzielen Anlagen auch bei diffusem Licht Erträge, etwa bei Bewölkung.
Mythos 2: Im Winter bringt Solarstrom nichts
Falsch. Zwar ist die Einstrahlung im Winter geringer, doch selbst dann erreichen Werte noch etwa 300–500 W/m² bei Sonnenschein.
Das bedeutet: Photovoltaik produziert ganzjährig Strom, wenn auch saisonal unterschiedlich viel.
Mythos 3: Speicher sind grundsätzlich zu teuer
Teilweise überholt. Batteriespeicher sind in den vergangenen Jahren deutlich günstiger geworden und steigern den Eigenverbrauch. Der selbst erzeugte Solarstrom kostet heute oft nur etwa 5 bis 11 Cent pro kWh, während Haushaltsstrom im Schnitt rund 48 Cent pro kWh kostet.
Gerade diese Differenz macht Speicher wirtschaftlich zunehmend attraktiv.
Mythos 4: Das Dach wird durch eine PV-Anlage beschädigt
Falsch. Fachgerecht installierte Anlagen schützen das Dach sogar teilweise vor Witterungseinflüssen. Schäden entstehen fast ausschließlich durch fehlerhafte Montage, nicht durch die Technik selbst.
Mythos 5: Die Technik ist nach zehn Jahren veraltet
Überholt. Solarmodule sind auf Laufzeiten von 25 Jahren und mehr ausgelegt. Leistungsdegradation ist gering und viele Anlagen produzieren auch nach Jahrzehnten zuverlässig Strom. Technologische Fortschritte erhöhen zusätzlich Effizienz und Lebensdauer.
Mythos 6: Solarstrom spielt im Energiemix nur eine kleine Rolle
Nicht mehr. 2024 erzeugten Photovoltaikanlagen in Deutschland bereits über 72 TWh Strom und deckten rund 14,5 Prozent der Stromproduktion.
Der Anteil wächst kontinuierlich weiter.
Mythos 7: Photovoltaik ist nur etwas für Einfamilienhäuser
Falsch. Neben klassischen Dachanlagen existieren zahlreiche Lösungen wie Gewerbeanlagen, Freiflächenparks oder kleine Steckersolargeräte für Balkone, die direkt in den Hausstromkreis einspeisen können.
Fazit
Photovoltaik ist längst eine ausgereifte Schlüsseltechnologie der Energiewende. Viele der verbreiteten Zweifel stammen aus einer Zeit, in der Solarenergie noch teuer und technisch weniger effizient war. Heute zeigen Daten und Marktentwicklung ein anderes Bild: PV ist wirtschaftlich, skalierbar und ein zentraler Baustein für nachhaltige Energieversorgung.
Für Unternehmen und Investoren lohnt sich daher ein klarer Blick auf Fakten statt auf Mythen.